Es lag an meinem Sprachfehler, meiner Sozialphobie, meinem unterdurchschnittlichem Aussehen/Gesicht und meinem wackeligen Pinguingang. Das waren Dinge, weswegen ich immer wieder mal gemobbt und gehänselt wurde. Ich zog mich irgendwann total zurück und hielt von jedem Abstand, so gut es ging. Die Sozialphobie/extreme Schüchternheit verstärkte sich im Laufe der Zeit durch die Hänseleien.
Ich wurde auch gelegentlich von Mädchen gemobbt während der Pubertät.
Das ist brutal. Ich kann dich gut verstehen.
Du hast doch einen Führerschein, nicht wahr?
Gibt es keine Möglichkeit für Dich, dass Du ab und zu mal ein Auto nutzen kannst, um den öffentlichen Verkehrsmitteln und somit diesem Spießrutenlauf zu entgehen?
Ja, theoretisch schon. Das Problem ist nur der extreme Verkehr. Mit dem Zug dauert es 90 Minuten, mit dem Auto aber über zweieinhalb Stunden. Auf dieser Autobahn hat es eigentlich immer extrem viel Verkehr, mit Dauerstau und stockendem Verkehr, sogar sonntags. Viele fahren zu schnell, es gibt viele Baustellen, und von Montag bis Samstag sind auch noch viele LKWs unterwegs.
Ein weiteres Problem ist, dass ich in der Nähe des Büros keinen bezahlbaren Parkplatz habe. Ich selbst habe kein Auto und kann mir auch keines leisten, könnte mir theoretisch aber ab und zu das meiner Mutter ausleihen. Die Wohnung, die ich bis Ende März habe, hat einen Parkplatz, aber von dort muss ich sowieso mit dem Bus zur Arbeit und wieder zurück, weil die Wohnung auf einem Bauernhof ist.
Die Wohnung in der kleinen Stadt ab April hat leider keinen Parkplatz, dafür kann ich von dort in fünf Minuten zur Arbeit laufen. Einen Parkplatz zu mieten oder das Auto für drei Tage in einer Tiefgarage stehen zu lassen, ist viel zu teuer für mich. Ich will es auch nicht draussen stehen lassen. Meine Mutter hat schon gesagt, dass ich es mir ab und zu ausleihen kann, aber die Strecke zu fahren ist extrem mühsam, und man muss immer aufpassen, dass man auf der richtigen Spur bleibt.
Gestern im Zug habe ich den Fehler gemacht, meine Kopfhörer rauszunehmen, um die Durchsage zu hören, obwohl ich sie schon dreimal gehört hatte. Dabei habe ich dann eben solche gemeinen Dinge gehört. Eigentlich wusste ich, dass es unnötig ist, die Kopfhörer rauszunehmen. Ich mag den Zuglärm auch nicht, aber ich trage sie vor allem, damit ich die Kommentare nicht höre.
Eine Kappe trage ich draussen, beim Einkaufen und auch im ÖV eigentlich immer, weil ich mich damit viel sicherer fühle. Am schlimmsten ist es jeweils, am Dienstag früh zwei Züge dorthin nehmen zu müssen. Und am Donnerstag sind die Bahnhöfe am Abend auch voll. Meine Mutter holt mich jeweils am Hauptbahnhof ab, damit ich am Abend nicht auch noch die S-Bahn nehmen muss.